Konzept 

Der Gittnergarten ist konzipiert als freier Kindergarten mit Förderung der musischen und kreativen Fähigkeiten. Im Vordergrund stehen immer der Spaß, die Phantasie und die Freude am Spiel ohne Zwang.

Frühlingsbaum
 
Das Winkefenster
 

„Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht, so reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht.“  (Hoffmann von Fallersleben)

Konzeption des Kindergarten Gittner

Mit diesem Auszug aus unserer Konzeption möchten wir unsere Arbeit im Kindergarten für alle Leser transparent machen.
Wir wünschen Ihnen, Ihrem Kind und uns eine glückliche, von Vertrauen getragene, abwechslungsreiche und fröhliche Zeit im „ Gittner-Garten“

 


 

1. Grundsätze des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes (BEP)

Ziel des Bayer. Bildungs- und Erziehungsplanes ist es, Fachkräften einen Orientierungsrahmen   zu   geben,   wie   der   gesetzliche   Bildungs-   und Erziehungsauftrag von Kindertageseinrichtungen und die Begleitung des Übergangs in die Grundschule bestmöglich erfüllt werden kann. Jede Tageseinrichtung hat die Aufgabe den BEP in ihrer Institution zu konkretisieren und an die lokalen Bedingungen anzupassen.

Der Bayer. Bildungs- und Erziehungsplan versteht Erziehung und Bildung als ein auf Dialog ausgerichtetes Geschehen zwischen gleichwertigen Personen. Das Kind wird als ein Wesen angesehen, das auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt ist. Mit Neugier und Kompetenzen ausgestattet erkundet und erforscht es (mit Unterstützung der Bezugspersonen) eigenaktiv sich selbst und die Welt um sich herum und eignet sich dabei Wissen an

2. Grundhaltung der pädagogischen Fachkräfte

Bei unserer Arbeit mit den Kindern und deren Eltern achten wir auf die Respektierung und Wertschätzung jedes Einzelnen.

Unsere Rolle als pädagogische Fachkräfte ist Impulse gebende und unterstützende Begleitung durch einfühlsame Zuwendung und reflektierende Beobachtung.

Wir   fördern   die   Eigenaktivität   und   Selbstgestaltung   des   Kindes, achten auf sein Wohlbefinden und stärken sein Selbstwertgefühl.

Wir erfragen und erforschen die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und planen gemeinsam mit den Kindern.

Alle Beteiligten können Lernende wie auch Lehrende sein.

Mit den Kindern werden klare Regeln und Grenzen ausgehandelt und ihre Einhaltung vereinbart, um Wohlergehen, Schutz und Sicherheit aller Kinder zu gewährleisten.

Wir verstehen frühe Bildung als Grundstein lebenslangen Lernens.

Wir wissen um die Ausgewogenheit von angemessener Zuwendung und Distanz – je nach Bedarf und Situation.

Dieser Grundsatz gilt für alle Kinder in gleicher Weise – keine Bevorzugung oder Benachteiligung!

Nicht die Schwächen, sondern die Stärken der Kinder werden erkundet und gefördert.

Wir schaffen Gelegenheiten bzw. lassen spontan entstehende Gelegenheiten zu, in denen die Kinder Gemeinschaft wahrnehmen, erfahren und leben können.

Selbständigkeit wird ermöglicht und unterstützt – immer wieder und jeden Tag.

Zur Durchführung unserer vielschichtigen und vielseitigen Arbeit streben wir eine gute Zusammenarbeit an mit

·         den Eltern,

·         verschiedenen Institutionen und Fachdiensten

·         und im gesamten Team

3. Förderung der Basiskompetenzen

In unserem Kindergarten vermitteln wir den Kindern die Grundlagen der elementaren Bildung durch die Wahrnehmung mit allen Sinnen, durch die Bewegung und das Spiel. Diese ganzheitliche Förderung stärkt die kindliche Autonomie und die soziale Mitverantwortung.

In unserem Kindergarten  werden vor allem folgende Punkte tagtäglich gefördert:

3.1. Personale und soziale Kompetenzen

Jedes Kind soll sich für wertvoll halten und mit sich selbst zufrieden sein. Es soll bei uns Sicherheit erfahren, Interesse an seiner Person erleben, ausreichend Zuwendung spüren und die nötige Hilfe bekommen. Schon bei der Begrüßung sprechen wir jedes Kind persönlich mit seinem Namen an und vermitteln ihm, wie wichtig es in unserer Gruppe ist. Wir geben den Kindern positive Rückmeldungen für ihre Leistungen, hören aktiv  zu,  unterstützen  die  Verbesserung  ihrer  körperlichen  Leistungsfähigkeit.

Wir achten sehr darauf, dass Konflikte verbal und selbständig gelöst werden. Es gelten folgende Regeln:

·              freie Meinungsäußerung, anhören anderer Meinungen,

·              verhandeln bis es eine für beide Parteien akzeptable Lösung gibt,

·              akzeptieren von  Mehrheitsentscheidungen.

3.4.  Entwicklung von Werten und Orientierungen

Das Kind hat ein grundlegendes Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit und übernimmt die Werte der Bezugsgruppe (Familie, KiGa, Schule, Freunde). Als pädagogische Fachkräfte sind wir uns bewusst, dass bei der Erziehung der Kinder unser gelebtes Beispiel sehr prägend auf die Kinder wirkt und wir von ihnen nichts verlangen werden, was wir nicht selbst bereit sind zu tun.

3.5.  Lernmethodische Kompetenz

Jeder Mensch lernt von Geburt an.

Wissen ist die Information, die der Einzelne sich persönlich angeeignet hat und die er zur Problemlösung sachgemäß und kreativ einsetzen kann. Die lernmethodische Kompetenz ist zugleich die Grundlage für späteres schulisches Lernen und damit für lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen.

4.   Bildungs- und Erziehungsbereiche

4.1.  Emotionale und soziale Bildung

In unserer Einrichtung  bieten wir den Kindern optimale Voraussetzungen

um

·              soziale Beziehungen aufzubauen:

Jedes Kind hat in seiner Gruppe feste Bezugspersonen, die ihm ausreichende Zuwendung und erforderlicher Hilfestellung anbieten bzw. geben. Das gesamte Personal ist sich der Verantwortung bewusst, dass eine liebevolle, einfühlsame, verantwortliche und verlässliche Umgebung nötig sind als Voraussetzung für den Bindungsaufbau, das Wohlbefinden des Kindes und seinen Lernerfolg.

Wir schaffen so eine Basis für rasche Integration in die Gruppe und die Fähigkeit, Verantwortung für sich selbst und auch für andere zu übernehmen. Wir erleben vor allem bei unsicheren Kindern, dass sie liebevolle Unterstützung von anderen Kindern erfahren und ihnen so die Integration in die große Gemeinschaft erleichtert wird.

·              Freundschaften zu schließen:

Viele der Kinder die unseren Kindergarten  besuchen kennen sich durch verwandtschaftliche Beziehungen, Bekanntschaft, Nachbarschaft oder den gemeinsamen Besuch einer Spielgruppe.

Diese Voraussetzungen erleichtern den Kindern den Einstieg in den Alltag im Kindergarten  und ermöglichen es, dass in kurzen Zeiträumen Freundschaften geschlossen bzw. vertieft werden können.

·              konstruktives Konfliktverhalten

Das pädagogische Personal beobachtet mit hoher Aufmerksamkeit, wie und warum es zu Konfliktsituationen kommt. Die Kinder werden angeregt ihre Gefühle wahrzunehmen, sich ihrer eigenen Interessen bewusst zu sein und dies auch von ihrem Gegenüber zu akzeptieren. Gemeinsam, in der Gruppe werden Lösungen gesucht, wobei die Bezugsperson eine vermittelnde Rolle übernimmt und die Kinder zu verbalen  Diskussionen anleitet.

·              soziale Regeln aufstellen und erproben

Die Regeln werden mit den Kindern besprochen, falls nötig erarbeitet oder überarbeitet und immer wieder betont (Hau-mich-Nicht -Lied) Wir achten auf die positive  Formulierung der Regeln und wissen, dass Regeln niemals starr, sondern flexibel sein sollen.

Durch die Bildung der sozialen Kompetenzen ermöglichen wir den Kindern: ein positives Selbstbild zu entwickeln,   und ihre Frustrationstoleranz zu erhöhen.

Entsprechend des Entwicklungsstandes werden die Kinder auf eine steigende Eigenverantwortlichkeit hingeführt, bekommen verantwortungsvolle Tätigkeiten für die Gemeinschaft übertragen und sinnvolle Aufgaben gestellt.

4.2.  Sprachliche Bildung

Wir praktizieren eine gepflegte Umgangssprache und berücksichtigen auch den bayerischen Dialekt. Wir fördern den Dialog, indem wir dem einzelnen Kind die Zeit und die Sicherheit  für  die  Wortfindung  und  die   Satzbildung   geben   und   den Austausch in Kindergruppen (Boden- und Stuhlkreis,) anbieten.

4.3.   Musische Erziehung

Musik ist Teil der Erlebniswelt der Kinder. Sie zeigen Freude daran, den Geräuschen, Tönen und Klängen der Umgebung zu lauschen und selbst zu produzieren. Für Kinder ist Musik ein ideales Medium um sich mitzuteilen und Gefühle zu äußern.

So können auch emotionale Belastungen abreagiert werden z.B. beim lauten Trommeln. Mit Musik regen wir die Phantasie und Kreativität der Kinder an und stärken durch gemeinsames Singen ihre Kontakt- und Gruppenfähigkeit. Das aktive Zuhören wird trainiert ebenso die Stimmbildung wenn wir mit den Kindern Lieder singen. Bei festlichen Anlässen wie Geburtstagsfeiern stehen die musikalischen Darbietungen im Vordergrund.

Im Rahmen der musikalischen Bildung  lernen die Kinder die Orff -Musikinstrumente wie Glockenspiel, Triangel und Klangstäbe kennen. Durch die    musikalische    Bildung    werden geistige und  körperliche Fähigkeiten ausgebaut und es entsteht eine fröhliche und    entspannte Stimmung.

In der oben erwähnten Rhythmik stunde kommen die Kinder zur Ruhe, entwickeln ein Gefühl für Klang in Zusammenhang mit ihren Körpern in Bewegung.

4.4.  Mathematische Bildung

Den  Kindern  werden  grundlegende  mathematische  Erfahrungsbereiche regelmäßig angeboten z.B. in Finger-, Tisch- und Würfelspielen, Reimen, Abzählversen, Liedern und rhythmischen Spielangeboten.

Im Tagesablauf  lenken wir die Aufmerksamkeit der Kinder konkret auf mathematische Aspekte z.B. bei Mustern, Formen, Zahlen, Mengen, Größen, Gewichten, Zeit und Raum und Messvorgängen, z.B. messen die Kinder beim Backen die Mengen selbst ab.

4.5.  Ästhetische und kreative Bildung

Die ästhetische Bildung und Persönlichkeitsentwicklung sind im Kindesalter engverknüpft. Durch die ästhetische Bildung der Kinder fördern wir vor allem ihre sinnliche Wahrnehmung und ihre Kreativität. Durch genügend Zeit, Raum, Möglichkeiten und Anreizen ermöglichen wir den Kindern ihre Vorlieben, Begabungen und Interessen zu entdecken und zu vertiefen.

Wir streben folgende Erziehungsziele an:

Die Kinder sollen Wertschätzung, Anerkennung, Spaß, Freude und Gestaltungslust erleben und dabei eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege entdecken.

Sie sollen erfahren, dass Gefühle, Gedanken und Ideen auf unterschiedliche Weise dargestellt werden können.

In den Gruppen wird das künstlerische Gestalten als Gemeinschaftsprozess mit anderen erfahren.

Die Kinder lernen die Formen und Farben zu unterscheiden und deren Ausdruckskraft und Wirkung auf die Stimmung wahrzunehmen.

Wir  bieten eine Vielfalt an kreativen Materialien, Werkzeugen und Techniken an und ermutigen zum Experimentieren und phantasievollem Gestalten.

Wir unterstützen die Kinder dabei ihre Fähigkeiten zu entdecken und ihre Fertigkeiten in der Feinmotorik zu erweitern.

In allen Gruppenräumen ist sichtbar zu erkennen, dass der Kreativbereich einen hohen Stellenwert hat.

 Jeden Montag haben die Kinder im Keller die Möglichkeit sich im großflächigen Malen mit Wasserfarben auszuprobieren. Meistens ist hierfür kein Thema vorgegeben, und so manches kreative Kunstwerk hat schon den Weg in einem Rahmen an die heimische Wand gefunden.

Außerdem arbeiten wir häufig mit Pappmache( mit Kleister getränkte Zeitung), eines der kreativsten Materialien, aus dem auch noch ungeübte Händchen das plastische Gestalten üben, und die sinnliche Erfahrung des Kleisters machen können.

Während des Freispiels stehen den Kindern Materialien zur Verfügung die sie nach deren Einführung gefahrlos verwenden können. Sie haben eine große Auswahl an verschiedenen Papieren, wertlosem Material (Bastelkiste), Farbstiften, Wachsmalkreiden,    Kleister und Klebstoff.

Im Garten verfügen wir über eine Werkbank mit Werkzeugen für die Holzbearbeitung. Den interessierten Kindern wird der fachgerechte Umgang mit dem Werkzeug und Material vermittelt.

Bevor die Kinder dort arbeiten dürfen wird der fachgerechte Umgang überprüft.

4.6.  Naturwissenschaftliche Bildung

Zu vielen Gelegenheiten greifen wir die Neugierde und den Forscherdrang der Kinder auf und beantworten ihre Fragen „warum ist das so“ oder „wie funktioniert das“.

Uns begleitet das ganze Jahr über eine Vielzahl an Experimenten. Unser pädagogisches Fachpersonal, hat hierzu eine Fortbildung besucht.

Unsere Einrichtung wurde im Oktober 2010 zu „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet.

4.7.  Umwelterziehung und -Bildung

Mit der Umwelterziehung möchten wir einen Beitrag zum verantwortlichen Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen leisten.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Kindern die Umwelt mit allen Sinnen erfahren   zu   lassen   und   die   Natur   als   unersetzlich   und   verletzbar wahrzunehmen.

4.8.   Bewegungserziehung, Sport

 Wir achtem darauf, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und ihre grobmotorischen Fähigkeiten auszubauen und zu trainieren.

Die Kinder suchen sich in der Regel passend zu ihrem jeweiligen Entwicklungsstand die richtige Herausforderung. Durch die Gestaltung und Ausstattung der Gruppenräume bieten diese spontanen Bewegungsmöglichkeiten.

Für gezielte Sportangebote nutzen wir einmal wöchentlich die nahe gelegene Turnhalle, aber auch im Garten ist genügend Platz um dem kindlichen Bewegungsdrang Rechnung zu tragen.